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Eine kurze Begriffsklärung

Bildlich gesprochen beschreibt der Begriff „Linkjuice“ („Linksaft“) die Stärke, die Webseiten über externe und interne Links erhalten. Der durch den Linkjuice ausgeschriebene Wert kann als Empfehlung gesehen werden. Zusammen mit dem PageRank stellt der Linkjuice einen wichtigen Aspekt in Bezug auf das SERP-Ranking der Seite dar.

Um Verlinkungen von anderen, externen Seiten zu erhalten (sogenannte Backlinks), gibt es mehrere Möglichkeiten. Zu den Ansätzen zählen Linkbuilding-Strategien, wie beispielsweise Dokumenten-Sharing, Posts in Blogs, Marketing in sozialen Medien und Pressemitteilungen. Indirekt können Sie Backlinks erhalten durch die Präsentation hochqualitativer Inhalte. Dazu gehören alle erstellten Texte, Bilder, Anleitungen, Demos, Erklärvideos und Infografiken. Sind diese überzeugend, werden sie von Ihren Seitenbesucher geteilt.

Prinzipiell zählt jeder Link. Doch hat die Seite, auf der Sie verlinkt werden, selbst viel Linkjuice, wirkt sich das positiv auf die Stärke Ihrer Seite aus.

Transfer von Linkjuice

Folgendes Beispiel verdeutlicht die Funktionsweise des Transfers von Linkjuice:

Angenommen die zwei Webseiten A und B haben exakt dieselben Ranking-Faktoren und stehen gleichauf. Wird nun aber die Webseite A verlinkt, wirkt sich dies positiv auf ihre Ranking-Faktoren aus. Webseite A überholt im Ranking Webseite B.

Was aber passiert, wenn die Webseite B ebenfalls verlinkt wird?

Sicher, dann steigt auch das SERP-Ranking von Webseite B.

Welche der beiden Webseiten nun im SERP-Ranking die Nase vorn hat, kommt darauf an, von welchen Webseiten sie jeweils verlinkt wurden. Denn umso mehr Linkjuice die Webseite hat, die auf Webseite A oder B verlinkt, desto mehr Linkjuice wird auf die Webseite transferiert.

Die folgende Grafik zeigt exemplarisch ein Beispiel für den Einfluss von Linkjuice auf das SERP-Ranking von Webseite A und B: Während Webseite A vier Backlinks hat, konnte Webseite B lediglich 2 erreichen. Auch die Seiten, die auf Webseite A und B verlinken, erhalten Linkjuice von Dritten. Haben nun die sechs aufgeführten Seiten alle dieselbe Autorität, schneidet Webseite A im Vergleich zu Webseite B besser ab, da Webseite A mehr Linkjuice erhält.

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Doch dies ist nicht alles. Hinzu kommt, dass Linkjuice in beide Richtungen fliesst. In der unten angebrachten Grafik ist folgendes Beispiel dargestellt: Die auf die Webseite A verlinkenden Seiten verlinken zudem auf viele weitere Webseiten. Dies ist mit den grauen Pfeilen angedeutet. Im Gegensatz dazu zeigen die auf Webseite B verlinkenden Seiten ausschliesslich auf Webseite B.

Obwohl Webseite B im Vergleich zu Webseite A weniger Links erhält, kann es sein, dass Webseite B im SERP-Ranking besser abschneidet.

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In der Natur der Sache liegt, dass Linkjuice nicht nur gewonnen, sondern auch wieder verloren werden kann. Begrenzen konnte man früher diesen Verlust durch den Einsatz von Nofollow-Attributen, auch PageRank-Sculpting genannt. Dabei wird der Linkjuice auf ausgewählten Seiten einer Webseite konzentriert. Umgangen wird dadurch die gleichmässige Verteilung des Linkjuice auf alle Seiten einer Webseite. Verdeutlicht wird diese Methode in den folgenden Grafiken.

Die erste Grafik zeigt, wie Linkjuice auf alle verlinkten Seiten gleichermassen verteilt wird.

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Werden nun Nofollow-Attribute eingesetzt, verhindern diese den Linkjuice-Transfer. Das heisst, dass Suchmaschinen den Backlink mit dem Nofollow-Attribut nicht in die Errechnung der Linkpopularität miteinbeziehen. In der Folge erhalten die verbleibenden Links mehr prozentuale Anteile des Linkjuice.

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Heutzutage bleiben die prozentualen Anteile des Linkjuice gleichmässig verteilt, ungeachtet dessen, ob Nofollow-Attribute eingesetzt werden oder nicht. Die folgende Grafik zeigt den Transfer des Linkjuice. Obwohl der mit einem Nofollow-Attribut versehene Link in die Berechnung des Linkjuice-Transfers einbezogen wird, erhält er keinen Linkjuice.

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Nofollow-Attribute können eingesetzt werden, um keinen Linkjuice-Transfer auf Spamlinks oder Spam-Kommentare in Blogs zuzulassen. Zudem wird der nicht unterbundene Linkjuice zum Transfer freigegeben und verteilt sich gleichermassen auf die verlinkten Seiten. Webseiteninterner Linkjuice verbessert den PageRank aller Seiten und den der Landingpage.

Qualitativer Linkjuice

Wie bereits angesprochen, kann Linkjuice unterschiedlichen Wert haben. Qualitativ ist der Linkjuice, wenn er von folgenden Seiten stammt:

  • Von Webseiten mit Inhalten, die für Sie relevant sind
  • Von Webseiten, die selbst einen hohen PageRank haben
  • Von Webseiten, die zu keinen anderen oder nur wenig anderen Seiten verlinken
  • Von hochqualitativen Webseiten mit sehr guten Inhalten
  • Von Webseiten mit einem hohen SERP-Ranking
  • Von Webseiten, deren Inhalte benutzergerecht aufgebaut sind
  • Von Webseiten, die einen hohen Beliebtheitsgrad in sozialen Medien geniessen und häufig erwähnt werden

Nicht-qualitativer Linkjuice

  • Wenn ein Nofollow-Attribut in den Link auf Ihre Seite eingefügt wurde
  • Von Webseiten, deren Inhalte nicht mit der Thematik Ihrer Webseite übereinstimmen
  • Von Webseiten, die eine hohe Zahl an Links enthalten, wie beispielsweise Werbeseiten oder Sitewide-Links (das heisst Links, die auf jeder Seite aufgeführt werden)
  • Von Webseiten, welche nicht suchmaschinenindiziert sind
  • Links, für welche bezahlt wird
  • Von Webseiten, auf welche man selbst verlinkt (führt zu einer Neutralisierung des Linkjuice)
  • Von Webseiten ohne Seiteninhalte
  • Von Webseiten, die nicht in Suchmaschinen gerankt sind